Freitag, 02 Juni 2017 14:54

Ärztetag lehnt Blanko­verordnung kategorisch ab!

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Ärztetag lehnt Blanko­verordnung kategorisch ab! Scanrail1 / shutterstock

„Eine Übertragung der Entscheidung [...] von Heilmittelanwendungen ist kontraproduktiv und potenziell gefährlich“ – Beschlussprotokoll des diesjährigen 120. Deutschen Ärztetages in Freiburg. 

250 Delegierte aus Deutschland berieten sich vom 23. Mai 2017 bis zum 26. Mai 2017 über gesundheits-, sozial-, und berufspolitische Themen.

Es wurde auch über die vom Gesetzgeber beschlossenen Modellversuche zur Erprobung der Blankoverordnung diskutiert.

Wenn es nach dem 120. Deutschen Ärztetag geht, müssten Physiotherapeuten auch weiterhin im Auftrag des behandelnden Arztes agieren, dem die Erstellung einer Diagnose und Therapie vorbehalten ist. Ganz entschieden positionierten sich die Delegierten aus Gründen der Patientensicherheit gegen den Direktzugang zu Heilmitteln, sowie gegen die geplante Blankoverordnung! 

„Die Spezifikation und Frequenz von Heilmitteln zu indizieren, ist ein Kerngebiet ärztlicher Behandlung und beruht auf ärztlichem Wissen zu Diagnose und Verlauf. Eine Übertragung der Entscheidung über Methode und Häufigkeit/Frequenz von Heilmittelanwendungen ist kontraproduktiv und potenziell gefährlich.

(Stichworte: Massage statt Krankengymnastik bei Rückenerkrankungen, Lymphdrainage im OP-Gebiet statt Mobilisierung unter dosierter Belastung etc.)“ - heißt es im verabschiedeten Beschlussprotokoll.

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Jasmin Clegg

Jasmin Clegg hat ihre Ausbildung als Physiotherapeutin 2009 an der Hogeschool Zuyd in Heerlen (NL) beendet.

Aus beruflichem und privatem Interesse hat sie zwischenzeitlich für zweieinhalb Jahre in Südafrika gelebt. Heute ist sie wieder in Deutschland und arbeitet in einer Physiotherapie-Praxis im Kölner Norden.

Nebenbei doziert sie an der Hochschule Fresenius und arbeitet freiberuflich als Journalistin. Seit 2017 schaukelt sie den mobiLEOS Physio-Blog und hat daher immer viel zu tun.

Kontakt: clegg@mobileos.de

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2 Kommentare

  • Kommentar-Link Danni Samstag, 10 Juni 2017 10:25 gepostet von Danni

    Danke, Sebastian?

  • Kommentar-Link Sebastian Dienstag, 06 Juni 2017 00:24 gepostet von Sebastian

    Ich für meinen Teil brauche den Direktzugang keineswegs. Mir würde es schon reichen, angemessen bezahlt zu werden und dennoch; Tatsache ist folgende: Der überwiegende Teil der Patienten kommt mit "Syndromen". Mir als Therapeut sagt das so gut wie gar nichts. Wenn die Ärzte der Meinung sind, der direct accsess sei potentiell gefährlich, sollen sie ihre Patienten bitte auch entsprechend bzw adäquat untersuchen und eine ebensolche Diagnose stellen; eine mit der ein dafür ausgebildeter Physiotherapeut auch etwas anfangen kann. Denn die Realität spricht bedauerlicher- und beschämenderweise eine andere Sprache. Ich möchte auf keinen Fall etwas pauschalisieren, Gott sei Dank gibt es Ausnahmen, aber der Großteil der Ärzte schickt Patienten erfahrungsgemäß, wie eben schon erwähnt, mit einem Syndrom zur Therapie. Primär um Zeit und Geld zu sparen. Der Patient erhofft und verspricht sich vom Therapeuten Besserung bzw Heilung. Wenn es der Therapeut nicht schafft dem Patienten zu helfen , ist er gleich sowohl für den Arzt als auch für den Patienten schlecht oder zu wenig aus- und fortgebildet. Diese Meinung hegen leider viele Ärzte viel zu schnell. Auf der anderen Seite stellen diese allerdings auch keine adäquate bzw fachkompetente Diagnose, so dass man als Therapeut nicht direkt wichtige Informationen wie zB Kontraindikationen im Kopf haben kann. HWS Syndrom: Was ist es denn? Rotierte Wirbel? Stenosen? Wenn ja knöchern oder evtl auch vasal? War es ein Trauma? Protusion? Prolaps? Wie lang her? Zustand nach? Usw usw usf... nichts von alledem wird erläutert oder gar überprüft. Stellt man dem Patienten die Frage ob der Arzt es sich genauer angesehen hat bekommt man leider sehr oft ein Nein. "Der hat mich gespritzt und Tabletten aufgeschrieben." Viel zu oft erlebt man das und zudem schlimmerweise so ziemlich jeden Tag. Ich könnte noch ewig so weiterreden aber das führt zu nichts. Wenn also der Direktzugang bzw die Blankoverordnung nicht Realität werden darf, erwarte ich, ich wiederhole: ERWARTE ich von den Ärzten auch ordentliche und fachkompetente Diagnosen! Ich als Therapeut kann nur dann "ungefährlich" arbeiten wenn ich weiß mit was ich es bei meinen Patienten zu tun habe. Und im Übrigen habe ich diesen Beruf definitiv nicht erlernt um jmd zu schaden oder gar gefährlich zu arbeiten. Das ist eine unfassbar dreiste und bodenlos freche Unterstellung seitens der Ärzte, nur weil sie durch die Blankoverordnung ihre Fälle wegschwimmen sehen. Ich fordere daher : eine bessere und qualitativere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Therapeuten. Des weiteren (mehr) Respekt von den Ärzten, denn was wären sie heutzutage ohne uns (?)! Wir sind schon lang kein kleines Licht mehr, wir werden nur klein gehalten. Und nicht zuletzt fordere ich die Abschaffung des "Syndroms" als anerkannte Diagnose, denn es ist schlichtweg keine! Und ich appelliere nochmals an die Ärzte angemessene Diagnosen zu stellen, Diagnosen die auch als solche bezeichnet werden können. Erst dann können wir auch etwas damit anfangen, adäquat und qualitativ arbeiten ohne dass Ärzte der Meinung sind, wir würden Patienten gefährden. MfG Sebastian

    PS: Ich möchte nocheinmal betonen, dass ich hier lediglich von meinen persönlichen Erfahrungen gesprochen und absolut nichts pauschalisiert habe. Es gibt gute Ärzte, erfahrungsgemäß ist das aber leider der kleinere Teil.

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