Mittwoch, 11 August 2021 09:09

Im Interview: Was leistet der Bundesverband Selbstständiger Physiotherapeuten?

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Im Interview: Was leistet der Bundesverband Selbstständiger Physiotherapeuten? IFK e.V. - Ute Repschläger

Als Physiotherapeut kann man sich einem Verband anschließen. Eine Verbandsverpflichtung besteht für niemanden, auch nicht für selbstständige Physiotherapeuten, obschon eine Mitgliedschaft für viele Therapeuten sinnvoll sein kann. Welche Vorteile ein Anschluss an den IFK-Verband hat, und was Verbände leisten können, erklärt uns die Vorsitzende des IFK e.V., Ute Repschläger, in einem Interview.

Welche Vorteile hat es, als selbstständiger oder freiberuflicher Physiotherapeut Teil eines Verbandes zu sein?
„Gemeinsam sind wir stark“ – So lässt sich Verbandsarbeit wohl am besten zusammenfassen. Verbände hängen nicht im luftleeren Raum: Ihre Mitglieder sind es, die vorgeben, was ein Verband tut. Es gibt also Verbände, weil sich Menschen mit gleichen Interessen zusammenschließen, um gemeinsame Ziele zu verfolgen. So war es auch beim IFK. Seine Ziele sind die optimale Vertretung und die Unterstützung für Selbstständige in der Physiotherapie.
IFK-Mitglieder erleben ein breites Dienstleistungsangebot: Sie bekommen zum Beispiel Antworten auf juristische Praxis- und Personalfragen. Sie erhalten Unterstützung bei Abrechnungsproblemen, beim An- und Abmelden von Mitarbeitern bei den Kostenträgern, bei Anliegen rund um Fort- und Weiterbildungen und natürlich Informationen zu aktuellen Themen der Branche. Dazu gehören etwa Vergütungsverhandlungen, rechtliche Änderungen oder auch neue Regelungen im Bereich der gesetzlichen sowie der privaten Krankenversicherung und der Beihilfe. Mitglieder des IFK haben die Möglichkeit, sich tagesaktuell zu informieren. Darüber hinaus kann bei Bedarf eine individuelle Beratung schriftlich oder per Telefon in Anspruch genommen werden. Der IFK begleitet mit seinem Gründerzentrum zudem kompetent den Weg in die Selbstständigkeit.
Darüber hinaus engagiert sich der IFK stark auf der berufspolitischen Ebene und setzt sich für bessere Rahmenbedingungen für die gesamte Branche ein. Dabei geht es zum Beispiel um eine angemessene Vergütung, weniger Bürokratie, moderne Ausbildungsstandards oder mehr Autonomie.

Müssen selbstständige bzw. freiberufliche Physiotherapeuten Teil eines Verbandes sein?
Nein, die Verbandsmitgliedschaft ist freiwillig.

Inwiefern unterscheiden sich die Verbände voneinander?
Der IFK ist der einzige bundesweit tätige Verband, der ausschließlich die Belange von freiberuflich tätigen Physiotherapeuten vertritt. Das macht den Kern der berufspolitischen Arbeit ebenso aus wie er auch den vielfältigen Servicebereich des IFK bestimmt.

Kommen mit der Mitgliedschaft irgendwelche Verpflichtungen?
Nein. IFK-Mitglieder haben zum Beispiel die Möglichkeit, den umfangreichen Mitgliederbereich auf der IFK-Internetseite zu nutzen und auf diesem Weg viele exklusive Informationen für die tägliche Praxis zu erhalten. Außerdem bietet die IFK-Geschäftsstelle eine individuelle Beratung an. Wer Interesse hat, kann sich aktiv in die Verbandsarbeit einbringen, beispielsweise in die 50 Regionalausschüsse des IFK. Eine Verpflichtung dazu besteht aber nicht.

Mit welchen Erwartungen, Wünschen und Anliegen kommen Ihre Mitglieder am häufigsten auf Sie zu?
Das ist ganz unterschiedlich und hängt vor allem von der beruflichen Situation des Selbstständigen ab. Das IFK-Gründerzentrum „physio-START“ berät bei allen Themen, die mit dem Schritt in die Selbstständigkeit zu tun haben. Solo-Selbstständige erkunden sich zum Beispiel bei Abrechnungsproblemen mit den Krankenkassen, wohingegen Inhaber größerer Praxen oder Therapiezentren zusätzlich oft juristische Fragen zum Personalmanagement stellen. Das ist wirklich sehr vielfältig. Allen gemein ist aber, dass sich die IFK-Mitglieder von den Geschäftsstellenmitarbeitern eine klare, individuelle Antwort auf ihr persönliches Problem wünschen. Dem gerecht zu werden, ist der Anspruch des Geschäftsstellenteams.

Vielen Dank für das Gespräch!

Redaktionstipp: Wer mehr zum Thema Verbandsarbeit wissen möchte, kann hier weiterlesen.

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Jasmin Clegg

Jasmin Clegg hat ihre Ausbildung als Physiotherapeutin 2009 an der Hogeschool Zuyd in Heerlen (NL) beendet.

Aus beruflichem und privatem Interesse hat sie zwischenzeitlich für zweieinhalb Jahre in Südafrika gelebt. Heute ist sie wieder in Deutschland und arbeitet in einer Physiotherapie-Praxis im Kölner Norden.

Nebenbei ist sie Lehrbeauftragte an der Hochschule Fresenius und arbeitet freiberuflich als Journalistin. Seit 2017 schaukelt sie den mobiLEOS Physio-Blog und hat daher immer viel zu tun.

Kontakt: clegg@mobileos.de

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