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Freitag, 15 September 2017 11:22

Wie viel Urlaub steht Dir zu?

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Wie viel Urlaub steht Dir zu? Daniel Keller

Neues aus der Kanzlei Alt: Welchen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub hat ein Arbeitnehmer im Jahr? Rechtsanwalt D Benjamin Alt hilft bei der Berechnung weiter.

 

Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub, um sich von den Strapazen des Alltags zu erholen, Ressourcen aufzufrischen und neue Energie zu tanken. 

Die Grundlage hierfür bietet in Deutschland das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG), manchmal auch Mindesturlaubsgesetz genannt.
Darin steht, dass jedem Mitarbeiter ein Mindesturlaubsanspruch von vier Urlaubswochen, oder 24 Werktagen bei einer Sechs-Tage-Woche, pro Jahr zusteht. Werktage sind in diesem Zusammenhang alle Kalendertage, die nicht Sonn- und gesetzliche Feiertage sind.

Der Mindestanspruch ist abhängig davon, wie viele Tage ein Arbeitnehmer gearbeitet hat. Zur eigenen Berechnung des Anspruchs gibt es folgende Formel:

Arbeitstage des Beschäftigten x vier = Urlaubsanspruch pro Jahr in Tagen

Demnach hat zum Beispiel ein Arbeitnehmer bei einer Fünf-Tage-Woche einen Mindesturlaubsanspruch von 20 Arbeitstagen (5 Arbeitstage x 4 = 20 Urlaubstage).

Teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter müssen entsprechend umrechnen. Eine Teilzeitkraft mit drei Arbeitstagen hat so nur einen Anspruch auf 12 Urlaubstage im Jahr (3 Arbeitstage x 4 = 12 Urlaubstage). 

Der gesetzliche Mindestanspruch ist zwingend und darf vertraglich nicht unterschritten werden. Er trifft auch dann zu, wenn im Arbeitsvertrag keine Regelungen zum Urlaub enthalten sind und keine Tarifverträge gelten.

Wichtig für Physiotherapeuten: Ein gesetzlicher Anspruch auf Fortbildungstage besteht nicht. Dem Arbeitgeber steht deshalb frei, ob er seinem Mitarbeiter darüber hinaus zusätzliche Fortbildungstage zur Verfügung stellen möchte, oder nicht. Für den Fall, dass es keine separaten Fortbildungstage gibt, der Arbeitnehmer aber trotzdem an einer Fortbildung teilnehmen möchte, ohne dafür seine Urlaubstage aufzubrauchen, sollte individuell ein Anspruch auf Bildungsurlaub geprüft werden. 

 

 

 

D. Benjamin Alt wurde in Aachen geboren und hat an der Universität Bonn und Bielefeld Rechtswissenschaft studiert.

Nach seinem Referendariat beim Landgericht Aachen, bei der Staatsanwaltschaft Aachen, beim Polizeipräsidium Aachen und diversen namhaften Rechtsanwaltskanzleien ist er inzwischen seit mehreren Jahren niedergelassener Rechtsanwalt und Justiziar bei einem der größten, deutschen Berufsverbänden für Masseure/med. Bademeister und Physiotherapeuten; dem Verband Physikalische Therapie (VPT). D. Benjamin Alt arbeitet bundesweit.

Seine Tätigkeitsbereiche umfassen ein weit gefächertes Spektrum, wobei der Beratung und Vertretung von Heilmittelerbringern in der täglichen Praxis eine große Bedeutung zukommt.

Darüber hinaus ist er deutschlandweit als Dozent an mehreren Bildungseinrichtungen tätig und versucht dort vor allem Physiotherapeuten, Ärzten, Heilpraktikern und anderen Heilmittelerbringern rechtliche Thematiken verständlich aufzubereiten.

 

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Jasmin Clegg

Jasmin Clegg hat ihre Ausbildung als Physiotherapeutin 2009 an der Hogeschool Zuyd in Heerlen (NL) beendet.

Aus beruflichem und privatem Interesse hat sie zwischenzeitlich für zweieinhalb Jahre in Südafrika gelebt. Heute ist sie wieder in Deutschland und arbeitet in einer Physiotherapie-Praxis im Kölner Norden.

Nebenbei ist sie Lehrbeauftragte an der Hochschule Fresenius und arbeitet freiberuflich als Journalistin. Seit 2017 schaukelt sie den mobiLEOS Physio-Blog und hat daher immer viel zu tun.

Kontakt: clegg@mobileos.de

1 Kommentar

  • Kommentar-Link Janina Mittwoch, 17 Januar 2018 00:16 gepostet von Janina

    Was macht das Bundesurlaubsgesetz für einen Sinn, wenn man als Physiotherapeut eine Fortbildung machen muss, die 15 Tage dauert und dafür seinen Urlaub nehmen muss, weil der Chef einem DIESE nicht freigeben kann. Bei 20 TAGEN Urlaub kann sich jeder selbst ausrechnen, wieviel ERHOLUNG dem Therapeuten bleibt. Da geht man fit ins nächste Jahr und zu den nächsten WEITERBILDUNGEN, für die dann wieder der eigene URLAUB genutzt wird.
    Bei einer 40 Stundenwoche sind Überstunden kaum zu schaffen und bei dem Gehalt von 1800 Euro ist man auch nicht mehr gewillt, alles für diesen Job zu tun.